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Bildergalerien / Berichte 2005




Polizeiwallfahrt 2005


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Polizeiseelsorgeseminar Elkeringhausen Januar 2005


"Politischer und religiöser Fundamentalismus
-Herausforderung für Gesellschaft und Polizei"

Unter diesem Leitthema stand die Polizeiwerkwoche des Erzbistums Paderborn für Polizeibeamtinnen/en vom 10. - 14. Jan. 05 im Haus Bonifatius in Elkeringhausen.


"Eine runde Sache, sehr zukunftsorientiert, für alle ein interessantes Thema".
Diese Aussage war immer wieder von den 40 Teilnehmern des Seminars zu hören.
Die positive Grundeinstellung der Seminarteilnehmer erleichterte gerade den Dozenten zu den Einzelthemen ungemein die Arbeit.

Diese Erfahrung machte auch gleich am ersten Seminartag der Kollege Oliver Topp aus Soest. Gerade sein Thema "Polizeiliche Begegnung mit Fundamentalismus (Islamismus am Beispiel Metin Kaplan), war eine gute Einstimmung auf die Woche. Bei seinen Ausführungen über die sehr schwierige Ermittlungsarbeit konnten wir nur noch fassungslos den Kopf schütteln. Sie beschäftigten uns auch noch später bei einem Glas Bier.

Etwas beschaulicher verlief der nächste Seminartag. Rainer Kelbch vom BGS-Präsidium Mitte, Fuldatal, referierte über Migranten, EU-Erweiterung, organisierte Kriminalität

und neue Aufgaben für die Polizei des Bundes. Besonders seine Erlebnisse aus dem Kosovo brachten richtig "Leben in die Bude".

Mittwoch war Exkursionstag. Ziele waren hier die Firma "Falke" und das historische Kloster Grafschaft. Gerade bei der Besichtigung des Strumpfherstellers Falke wurden manche Kollegen sehr nachdenklich. So war die Äußerung "mit den Leuten hier im Betrieb möchte ich nicht tauschen", kein Einzelfall. Vielleicht noch eine kurze Aussage zum geselligen Abend. Wir sind alle älter geworden!!!!!!! Mit dieser Aussage will ich es bewenden lassen. Donnerstag der Auftritt von Johannes Schwarzkopf. Wie immer ein Traum. Der Themenbereich Re-Islamisierung, Islamismus, Fundamentalismus - eine gesellschaftspolitische Herausforderung und Auseinandersetzung-, war für ihn wie auf den Leib geschnitten. Seine 68 Jahre merkte man ihm fast nicht an. Seine Vorträge sind ein Erlebnis, die man nicht versäumen sollte.

Freitag dann ein Rückblick auf die vergangene Woche und ein Blick auf das laufende/ kommende Jahr.
Ein Wort noch zu Wolfgang Bender, unserem Polizeipfarrer. Ganz leise hat er es verstanden dieser Werkwoche (nicht nur dieser Werkwoche) seinen Stempel aufzudrücken. Man merkt, sei es bei den Exkursionen (die Kartoffelsuppe war Spitze), sei es der gesellige Abend, sei es die Auswahl der Dozenten, sei es die familiäre Atmosphäre, seine Handschrift.

Ich darf diese Aussage treffen, ich war sehr oft da!!!!!
Eine Bemerkung noch zum Haus Bonifatius. Zimmer "Klasse, Sauberkeit Klasse, Essen wie bei Muttern". Dies alles trägt zum Gelingen solch einer Woche nicht unwesentlich bei.

Ein weiterer Aspekt solcher Seminarwochen ist nicht zu unterschätzen, der Erfahrungs- und Meinungsaustausch der Kollegen, die aus unterschiedlichen Behörden und Dienststellen kommen.

Ich, für meinen Teil kann sagen:
Im nächsten Jahr, so Gott will, bin ich wieder dabei.

Grüße und Danke

Hansi Walden


Kreispolizeibehörde Minden-Lübbecke


Polizeiseelsorgeseminar Schwerte Mai 2005


Polizeifortbildungsseminar
vom 11. bis 15. April 2005
in der Katholischen Akademie Schwerte

Politischer und religiöser Fundamentalismus – Herausforderung für Gesellschaft und Polizei.



Unter fachkundiger Leitung stand auch in diesem Jahr das Fortbildungsseminar in Schwerte.
Neben dem „ständigen Begleiter“ aus dem Hause in Person von Dr. Johannes Horstmann, der durch große Sachkunde auffiel, war Frau Prof.´in Dr. Ursula Spuler-Stegemann ein Höhepunkt der gemeinsamen Woche.
Der Montag begann wie üblich mit der Begrüßung und der Vorstellung der Teilnehmer, wobei sich ein großer Teil der Kolleginnen und Kollegen bereits persönlich kannte.
Auffällig und von besonderer Freude war, dass es drei neue Mitglieder im Kreis der „Altlasten“ gab. Das gibt der Hoffnung Nahrung, dass auch zukünftig mit Interesse von weiteren Kolleginnen und Kollegen zu rechnen ist.
Dr. Horstmann führte uns anschließend in das schwierige Thema ein. Am Abend stand der Fim des niederländsichen Filmemachers van Gogh auf dem Programm, dessen Ausstrahlung letztlich Auslöser für die Ermordung des Niederländers war.

Am Dienstag begannen wir den Tag mit der Morgenandacht.
Anschließend machte uns Frau Ursula Spuler-Stegmann, Professorin an der Universität Marburg mit dem Koran, der Scharia und den Menschenrechten vertraut. Es erfolgte der Einstieg in die Zusammenhänge zwischen dem Koran, der Scharia und der Diskrepanz zum Grundgesetz und den Menschenrechten in Deutschland.
Der Nachmittag war ausgefüllt mit der Verdeutlichung der Vernetzung der Scharia und der islamischen Kultur. Daran anschließend wurden zahlreiche noch offen gebliebene Fragen so gut wie möglich beantwortet.

Am Mittwoch beschäftigten wir uns mit dem Feindbild des Christentum im Islam und den Christen im Urteil von Muslimen.
Verschiedene Texte aus dem Koran wurden interpretiert und die möglichen Folgen für Christen und andere „Andersgläubige“ dargestellt.
Am Nachmittag berichtete der Kollege Oliver Topp aus Soest von seinen dienstlichen Erfahrungen mit dem Kalifstaat des Metin Kaplan. Das Tema war Polizeiliche Begegnung mit Fundamentalismus / Islamismus am Beispiel Metin Kaplan. Er gewährte uns interessante und für viele von uns unbekannte Einblicke in die Struktur und das Gebahren des ehemaligen Kalifen von Köln.

Am Donnerstag ging es traditionell auf große Fahrt, die diesmal allerdings nur 45 Minuten dauerte. Dann war das Ziel, die Bereitschaftspolizei-Hundertschaft in Bochum, bereits erreicht. Hier wurde uns von einem konkreten Einsatz, nämlich der Durchsuchung von zwei Bochumer Moscheen, berichtet. Anschließend haben wir Teile der technischen Ausstattung der Bereitschaftspolizei kennen gelernt.

Das schmackhafte Mittagessen nahmen wir in der Kantine des PP Bochum zu uns.

Anschließend ging es zur Arbeitsschutzausstellung der DASA nach Dortmund.

Angemeldet waren wir als Gruppe der Telefonseelsorge. Wie Wolfgang Bender darauf gekommen ist oder welche Gedanken ihn bei der Anmeldung getragen haben, entzieht sich meiner Kenntnis.
Stichwort Telefonseelsorge. Hintergrund der Telefonseelsorge ist das Angebot verschiedener Organisationen anonym Hilfe bei der Bewältigung persönlichster Probleme anzubieten.

Das Seminar war sich am Ende der Woche einig, dass eine temporäre Art der Problembewältigung auch ein gemütlicher Abend -zum Beispiel im Freischütz- sein kann. Besonders dann, wenn der größte schwarz-gelbe Fan, den das östliche Ruhrgebiet kennt, Kostproben aus seinem scheinbar unermesslichen Repertoire an Sketchen, Witzen und Anekdoten zum Besten gibt.

Unglaublich ist zudem, wie der Vortragende selbst über die eigenen, zum Teil mittelalterlichen Witze (das ist nicht negativ gemeint) lauthals lachen kann.
War schon ein Erlebnis, Bernd.

Das Seminar wurde am Freitag mit der Reflexion der Woche und einem Ausblick auf die Zukunft und dem Abschlussgottesdienst beendet.

Die gesamte Woche war bei gutem Wetter, bekannt guter Unterkunft und Verpflegung und einem ansprechenden Thema wieder ein Erfolg und macht hungrig auf die folgenden Seminare.

Hubertus Mantoan


Arnsberg

archiv

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Bundesseminar Berlin Juni 2005


Reisebericht vom Bundesseminar der Polizeiseelsorge
Berlin 30.05.2005 – 03.06.2005


1. Tag
Montag, 30.05.2005


Es regnet, als alle Teilnehmer sich gegen 08.00 Uhr in Schloss Holte – Stuckenbrock im Bildungszentrum der Polizei treffen. Trotzdem gelingt das Verstauen des Gepäcks ohne größere Probleme oder Schwierigkeiten.

Ziemlich pünktlich beginnt dann auch die Anreise. Im Bus herrscht gute Stimmung. Als Fahrer sitzt in altbewährter Manier „Kalla“ am Steuer. Als Co-Pilot fungiert Dieter Jogereit, der im Urlaub seine letzten Tage im Dienst hinter sich bringt.

Gegen 14.00 Uhr treffen wir mit tatkräftiger Unterstützung von K.D in Berlin am Kurfürstendamm ein und finden umgehend das Tagungshotel in der Knesebeckstraße.

Nach dem Einchecken beginnt das Seminar mit dem vorgesehenen Thema „Berlin – Präsentation“, in dessen Rahmen wir die Ausstellung „The Story of Berlin“ besuchen. Es wurde uns anschaulich die Geschichte Berlins von der Entstehung bis zur Gegenwart in seiner historischen, kulturellen und wissenschaftlichen Bedeutung als auch den sozialen Auswirkungen gezeigt.

Auch wir bemerken den Besuch des israelischen Staatspräsidenten Kaszav in Berlin. Polizei ist um den Bahnhof Zoo und den Kurfürstendamm überall in großen Einheiten präsent.


2. Tag
Dienstag, 31.05.2005


Nach einem reichhaltigen Frühstück treffen wir uns in einem Konferenz - Raum zur morgendlichen Besinnung und Gebet. Mit der S – Bahn geht es dann zum Lehrter Bahnhof, dem neuen Hauptbahnhof Berlins im Regierungsviertel. Einige von uns erfahren in der Bahn von Fahrgästen den Frust, den die DB den Bürger der Hauptstadt beschert:

Die Umbenennung der Bahnhöfe wird von den Bewohner nicht angenommen. Mann will die alten Bezeichnungen Berlin Zoo und Ostbahnhof als Hauptbahnhöfe behalten und keine Reduzierung auf einen neuen Hauptbahnhof.

Nach einem Fußmarsch erreichen wir die gemeinsame Leitstelle des Bundesgrenzschutzes ( jetzt Bundespolizei ) und der Polizei des Länder Berlin und Brandenburg. Aufgeteilt in zwei Gruppen werden Organisation und Aufgaben der Bundespolizei ( früher BGS ) in und um Berlin und der gemeinsamen Leitstelle sowie deren Entstehung vermittelt.

Danach geht es quer durch das Zentrum Berlins zum Bundesrat, wo uns in einer Führung die Historie des Gebäudes und seine architektonische Bedeutung näher gebracht werden. Im Anschluss daran werden wir in Aufgabe, verfassungsrechtlich Stellung, Abstimmungsverfahren, die Sitzordnung und Organisation des Bundesrates unterwiesen.

In einer Diskussion stellt Dr. Pohlmeier, Vertreter des Landes Sachsen-Anhalt im Bundesrat, die Aufgaben der Ländervertretungen in Berlin vor. Hauptaufgabe ist es, die Länderinteressen in den Ausschusssitzungen des Bundestages wahrzunehmen, die Sitzungen des Bundesrates in dessen Ausschusssitzungen vorzubereiten und die Sitzungen des Bundestages zur Informations-gewinnung der Landesregierungen zu begleiten. Um Überschneidungen zu vermeiden, ist die Woche streng in parlamentarische Termine und Sitzungen aufgeteilt.

Am Abend gab es den kulturellen Höhepunkt der Seminarwoche mit dem Besuch des Friedrichstadtpalastes, der als Revue – Theater 1984 mit moderner technischer Ausstattung neu gebaut wurde. In der Tanzaufführung „Hexen“ wurde diese Technik für die Zuschauer eindrucksvoll in Szene gesetzt.


3. Tag
Mittwoch, den 01.06.2005


Nach dem Morgengebet fahren wir zum Springer – Verlag und werden dort in dem modernsten Konferenzraum in einer grünen Dachoase des Verlaghauses empfangen. Unser heutiger Referent, Dr. Heinen, ist Leiter der innenpolitischen Redaktion der Tageszeitung „ Die Welt“. In einen äußerst lebhaften und teilweise ironischen Weise beschreibt er aktuelle politische Ereignisse, deren Auswirkungen und Folgen. Dabei verging die Zeit im Fluge. Im Laufe der Woche konnten wir dann einige seiner Ausführungen in den verschiedensten Tageszeitungen lesen.

Leider wurde der Besuch beim Bundeskriminalamt abgesagt. Die verbleibende Zeit mussten wir dann selbst nutzen und erkundeten Berlin nach eigenem Gusto. Viele nutzten diese Gelegenheit und besuchten das Holocaust – Denkmal für die ermordeten Juden Europas und den angeschlossenen Ort der Informationen.


4. Tag
Donnerstag, den 02.06.2005


Heute war der Tag zunächst dem Widerstand gegen die Nazi – Herrschaft gewidmet, ehe wir am Abend mit dem aktuellen politischen Geschehen Berlins konfrontiert wurden.

Nach dem Frühstück trafen wir uns zu einer religiösen Besinnung und fuhren dann mit unserem

Bus zur Kirche Maria Regina Martyrum, eine moderne katholische Kirche, die als Gedenkstätte der Katholischen Kirche für die in der nahegelegenen Haftanstalt Plötzensee hingerichteten Männer und Frauen errichtet wurde. Pfarrer Ulrich Bonin, ein Vertreter des Bistums Berlins, erläuterte uns die äußerst moderne, nur in Beton gestaltete Kirche, dessen zentraler Mittelpunkt das farbige Altarbild des Künstlers Georg Meistermann war. Anschließend feierten wir in der Krypta einen Gottesdienst, der unter dem Motto Dietrich Bonhöfers Gedicht „ Wer bin ich“ stand.

Diese Kirche hatte für Polizeibeamte des Landes NRW auch eine besondere Beziehung, da hier auch Erich Klausener begraben ist, der als bekennender Christ schon früh von den Nazis in Plötzensee hingerichtet wurden. Erich Klausener ist neben dem Dompropst des Berliner Doms Lichtenberg bestattet, der gleichfalls in aller Schärfe öffentlich die menschenverachtende Gewaltherrschaft der Nazis anprangerte.

Unmittelbar daran besuchten wir die ständige Ausstellung „20.Juli“ im Bendlerblock/Verteidigungsministerium, in der auch der Widerstand gegen die Nazi – Herrschaft wissenschaftlich aufgearbeitet wird. In zwei kleinen Gruppen wurden wir durch die Ausstellung geführt und in einem ständigen Dialog über tragende Personen des Widerstandes informiert. Die Führung endete in dem Arbeitszimmer von Graf von Stauffenberg.

Am späten Nachmittag besuchten wir dann den Bundestagsabgeordneten Hermann, der als Polizeibeamten in den Bundestag gewählt wurde. Schwierig war es jedoch ihn zu erreichen, da wir an einem anderen Eingang als vereinbart erwartet wurden. Neben seinem persönlichen Mandat und seiner Ausschusszugehörigkeit wurden vorrangig die angekündigten Neuwahlen und damit verbundene Folgen diskutiert.

Nach informationsreichen 2 Stunden fuhren wir dann nach Potsdam hinaus, wo wir in dem Krongut Bornstedt Brandenburger und Berliner Küchenspezialitäten genossen. Das Krongut Bornstedt gehört zum Ensemble des Weltkulturerbes und wurde aufwendig restauriert.


5. Tag
Freitag, den 03.06.2005


Gestärkt am reichhaltigen Frühstücksbuffet treten wir unsere Rückfahrt an. Zuvor geht es aber nochmals nach Potsdam hinaus, wo wir das Schloss Cecilienhof besuchten. Hier fand die Wannsee – Konferenz statt, in der die „großen Drei“ Deutschland nach dem Kriege aufteilten.

In einer Ausstellung wird diese Konferenz dargestellt und die Folgen dokumentiert.

Interessierte konnten dann auch noch einen Blick in die Gemächer der letzten kaiserlichen Familie werfen, die hier einen Wohnsitz vor den Toren der Stadt Potsdam hatte.

Wir erlebten eine interessant gestaltete Woche, die Berlin uns als Hauptstadt der Bundesrepublik aber auch als Zentrum anderer Epochen näher brachte. Gleichzeitig wurde Tagespolitik aktuell und frisch vermittelt. Dem Organisator; Pfarrer Wolfgang Bender, sei hierfür an dieser Stelle herzlichst gedankt. Vergessen will ich aber auch nicht ein „Danke schön„ für unsere Annett de Kegel, die umsichtig und humorvoll den Organisator unterstützte. Besonderer Dank auch unseren beiden Fahrern Karl Heinz Burghardt und Dieter Jogereit, die gekonnt und sicher den Bus führten.

Zum Schluß noch einmal dank an Ulrich Fasse, der in bewährter Art die vielen Fotos unserer Fotografen zusammenfassen und auf einer Scheibe bereitstellen will. Für den Versand bittet er um Zusendung einer CD mit frankiertem Umschlag.

Bis zum nächsten Mal

wünscht alles Gute


Friedel



Europaseminar Schlösser der Loire September 2005


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Polizeiseelsorgeseminar Hardehausen Oktober 2005


"Politischer und religiöser Fundamentalismus
-Herausforderung für Gesellschaft und Polizei"

Unter diesem Leitthema stand die
Polizeiwerkwoche des Erzbistums Paderborn für Polizeibeamtinnen/en
vom 17. - 21. Oktober 2005 in der Landesvolkshochschule Hardehausen.


Bei schönstem, fast sommerlichem Wetter reisten die Teilnehmer an.

Nach einem aufmunternden Kaffeetrinkenbegrüßte uns der stellvertretenden Leiter der Landesvolkshochschule, Herrn Reiner Kost. Anschließend wurde mit einer Vorstellungsrunde der Teilnehmer das Seminar durch Polizeipfarrer Wolfgang Bender eröffnet. Im Laufe der Fortbildungsveranstaltung erhielten wir neue Einblicke in den Islam, erlebten die Fertigung von Scheinwerfern bei der Fa. Hella und trafen uns allmorgendlich zur geistigen und religiösen Besinnung in Gottesdiensten und Andachten.


Montag, den 17.10.2005
Ein Beispiel von religiösem Fundamentalismus in den Niederlanden


Bevor wir uns mit dem Film „Submission I“ und damit dem niederländischen Beispiel beschäftigten, erarbeiteten wir uns unter fachkundiger Leitung unseres Seminarleiters grundlegende Kenntnisse über den Fundamentalismus.

Der Fundamentalismus entstand Anfang des 19, Jahrhunderts in den protestantischen Kreisen der Vereinigten Staaten, als protestantische Endzeitbewegungen wiez.B. Adventisten, Presbyterinaer sowie Gruppen, die auf der wörtlichen Auslegung der Bibel bestanden, sich gegen die Darwinsche Evolutionstheorie wandten. Der Name geht auf mehrere Traktate zurück, die in der Zeit zwischen 1910 und 1915 unter dem Titel „The Fundamentals“ veröffentlicht wurden.

Der Fundamentalismus stellt ein geschlossenes System von Überzeugungen dar undzeichnet sich im wesentlichen aus durch
  • Intoleranz
  • Kompromisslosigkeit
  • Negieren von Wahrheiten
  • Negative bis ablehnende Haltung zu Menschenrechten oder sogar Menschenverachtung
  • Unfähigkeit zur Verarbeitung vorgebrachter Kritik.
Im Laufe der Geschichte hat sich der Inhalt des Begriffes gewandelt und wird in unserer modernen Zeit primär für die antimodernen und antiwestlichen Strömungen des Islams verwandt.

Der Islamismus erkennt nur die Scharia und Sunna ( Tradition ) fussend aufdem Koran als Regelwerk für den Menschen und deren Verhältnis zu Gott und den Menschen untereinander an.

Mit dem Kurzfilm „Submission I“, das als direkte Übersetzung des Begriffs „Islam“ in dem Film verstanden wird, kritisieren der niederländische Regisseur Theo von Gogh und die Unterhausabgeordnete Ayaan Hirsi Alis den Islam und behaupten, dass es in muslimischen Familien zu Übergriffen und Misshandlung von Frauen kommt, die verprügelt und vergewaltigt werden. Dabei werden Frauen gezeigt, bei denenKoranverse auf deren Haut dargestellt werden.

Diese Darstellung von Koranversen und die Beschreibung von Verhältnissen in muslimischen Familien empfanden viele Muslime als Schmähung. Theo van Gogh, mit dem weltberühmten Maler verwandt, wurde als Folge dieses Films von einem fundamentalen Muslim ermordet.

In den Niederlanden kam es im Anschluß daran zu gewalttätigen, religiös gefärbten Auseinandersetzungen, begleitet von Übergriffen auf Moscheen und Kirchen sowie religiöse Einrichtungen der anderen Weltreligionen in Europa.


Dienstag, den 18.10.2005
Koran, Scharia und Menschenrechte
Verwebung von Religon und Politik


Für diesen Tag konnte Frau Prof. Dr. Ursula Spuler – Stegemann, eine bundesweit anerkannte Islam -Kennerin und Sachverständige, Lehrstuhlinhaberin für den Islam/Koran an der Universität Marburg, gewonnen werden. Für mich war dies in der Nachschau der Höhepunkt der Bildungswoche und hat meine Einstellung zum Islam/Koran und den islamischen Kulturkreisen wesentlich verändert.

Nach Frau Ursula Spuler – Stegemann hat der Islam heutiger Prägung, insbesondere in den sogenannten Gottesstaaten, aber auch in Indonesien, Sudan und Nigeria , als Grundlage der staatlichen Ordnung die Scharia und in deren Folge den Dschihad mit dem Ziel, den Islam als letzte Weissagung ( unseres ) Gottes als wahre Religion der drei großen monotheistischen Religionen zu verbreiten. Dschihad bedeutet übertragen „ das Bemühen auf dem Wege Gottes oder um Gottes Willen“.

Im Islamismus wird der Dschihad zur Legitimation der Gewaltanwendung genutzt. Mit Fatwas ( türkisch Fetvas ) werden religiöse Rechtsgutachten der Mullahs bezeichnet, die den Koran zu aktuellen Fragen der Gegenwart, des täglichen Lebens interpretieren und auch damit der Legitimierung der Gewaltanwendung legitimeren.

Im Laufe der Vorstellung des Islams ging Frau Frau Ursula Spuler – Stegemann auch auf aktuelle Erscheinungsformen und die Verknüpfung von Religion und Kultur in der BRD und Europa ein. Sie stellte die Intension der Predigten von Metin Kaplan zur Machtübernahme in der BRD dar. Im dessen Prozess war sie als Sachverständige der Staatsanwaltschaft zugegen und interpretierte entscheidend für den Prozessverlauf dessen Hasspredigten, in denen zu Morden an Abtrünnigen der Vereinigung um Metin Kaplan aufgerufen wurde.

Am Beispiel der islamischen Charta der deutschen Muslime, die von vielen Journalisten als Grundlagenerklärung eines modernen toleranten Islamismus angesehen und gefeiert wurde, machte sie klar, wie kritisch manche Erklärungen hinterfragt und an den Grundlagen unseres Staatswesen – u.a. Menschenrechte – gemessen werden müssen.

Am Beispiel der Türkei verdeutlichte sie, wie schwierig im Islam die Säkularisierung, also die Trennung von Kirche und Staat, zu bewerkstelligen ist. So hat der amtierende Ministerpräsidenttrotz der laut Verfassung bestehenden Säkularisierung und öffentlichen Erklärungen zum Beitritt in die EU einen Minister für Angelegenheiten des Islams im Kabinett.


Mittwoch, den 19.10.2005
Re-Isamiesierung, Islamismus, Fundamentalismus
– eine gesellschaftspolitische Herausforderung und Auseinandersetzung


An diesem Tage ging der Referent, Herr Johannes Schwarzkopf, auf aktuelle Fragen des Islamismus ein und dokumentierte mit Videofilmen die Verknüpfung von öffentlichem Leben, Scharia, Dschihad. Er erläuterte die inhaltliche Unterlegung der Selbstmordattentate durch den Koran, die Bedeutung religiöser Riten wie z.B. das Waschen vor den Gebeten.

Besonders interessant wurden die Ausführungen durch den Vergleich zu den großen monotheistischen Religionen und dem Weltbild des christlichen und jüdischen Abendlandes.


Donnerstag, den 20.10.2005


Heute ging es zunächst erst mal mit dem Bus über die A 44 in Richtung Westen nach Lippstadt zu den Hella – Werken. Hier wurde uns in Gruppen eindrucksvoll die Fertigung von Scheinwerfersets der verschiedensten Automarken und deren Fahrzeugmodeelle gezeigt.

Beeindruckend war die Logistik, die einzusetzen ist, um neben dem technischen Know-Howauf dem Weltmarkt Schritt halten zu können.

Als Nebeninformation erhielten wir Kenntnis darüber, dass eine Werkhalle nach dem Entwurf von Albert Speer, dem Architekten der nationalsozialistischen Monumentbauten, gebaut wurde.

Leider hatten wir wenig Gelegenheit, um uns mit den Mitarbeitern zu unterhalten.


Freitag, den 21.10.2005
Polizeiliche Begegnung mit Fundamentalismus/Islamismus
am Beispiel Metin Kaplan


Nach einem feierlichen Abschlussgottesdienst wurden wir durch Kollegen Oliver Topp, PI Lippstadt beim LR Soest, vormals Angehöriger des BKA und Mitglied der Sonderermittlungsgruppe des BKA, über das Ermittlungsverfahren gegen Metin Kaplan informiert. Dabei hat mich überrascht, wie die öffentliche Meinung sich gegen die Maßnahmen des Staates stellte, obwohl unsere Verfassung eine wehrhafte Demokratie fordert. Es wurde klar, wie schwer sich der Rechtsstaat tut, gegen radikale Kräfte, die alle Rechte unserer Rechtsordnung nutzen, vorzugehen.

Nach einer umfassenden Aussprache, in der alle Teilnehmer neue, zum Teil auch für sich selbstüberraschende Erkenntnisse im Verständnis des Islam mitteilten, ging eine informationsreiche und inhaltlich ausgefüllteFortbildungsveranstaltung zu Ende.


Fazit


Die Fortbildungsveranstaltung war interessant und abwechselungsreich gestaltet. Eingebettet in die Aura eines alten Klosters wurde auch der religiöse Hintergrund deutlich unterstrichen.

Wir waren gut in Einzelzimmern untergebracht und wurden sehr gut verpflegt. Thema, Unterbringung und inhaltliche Gestaltung harmoniertem zusammen. Dafür sei dem Veranstalter, Polizeiseelsorger Wolfgang Bender, herzlich gedankt. Zum Schluß sei auch den Damen und Herren gedankt, die sich um Verpflegung, Unterkunft und sonstige Logistik sorgten.

An dieser Stelle möchte ich auch ganz besonders Bernhard Bauer erwähnen, der eindrucksvolle Fotos von Paderborn und der Umgebung zur Abendgestaltung zeigte und Wolfgang Bender bei seiner Vorführung über den Weltjugendtag in Köln unterstützte. Auch für diese Informationen nochmals eine herzliches Dankeschön.

Friedrich Voß



Polizeiseelsorgeseminar Hardehausen November 2005


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Polizeiseelsorgeseminar Soest Dezember 2005


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