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Bildergalerien / Berichte 2010





Polizeiseelsorgeseminar Hardehausen November 2010


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Europaseminar Wien Oktober 2010


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Diesmal ging es schon wegen der langen Fahrstrecke Sonntagmorgen los. Pünktlich um 07.00 Uhr hatten sich alle Teilnehmer in Stukenbrock eingefunden. Dank der Unterstützung durch das PP Bielefeld konnte wieder ein landeseigener Omnibus genutzt werden. Als Fahrzeugführer hatten sich Jürgen Otto vom PP Hamm, Wolfgang Daube und Gerhard Oppawsky zur Verfügung gestellt, die in sicherer und gekonnter Manier den Bus während der Bildungswoche lenkten.

Nach störungsfreier Fahrt erreichten wir am Sonntag, den 17.10.2010, bei sehr regnerischem Wetter Wien und unser Hotel in unmittelbarer Nähe des Schlosses Schönbrunn im Stadtteil Hietzing. Nach dem Einchecken im Hotel Ekazent wurde das Abendbrot im nahe gelegen Restaurant Brandauer eingenommen, das während der ganzen Woche für die Abendmahlzeiten Treffpunkt war.

Am Montag fand unter sachkundiger Führung eines pensionierten Kriminalbeamten eine 3stündige Stadtrundfahrt statt, bei der Jürgen Otto seine besonderen Fähigkeiten als Busfahrer unter Beweis stellte. Wir erfuhren vieles über die Entwicklung der Stadt und deren Architektur, über die Einwohner, deren ausländischen Mitbürger und die Ergebnisse der am Vortag stattgefundenen Kommunalwahl. So nebenbei erfuhren wir etwas über die Vita Stalins, der nach der Revolution auf Geheiß Lenis in Wien lebte und Erfahrungen über den Aufbau der Verwaltung für ein Staatswesens sammeln sollte.

Besonders wurden wir auf die internationalen Einrichtungen wie UNO-City, OPEC, aber auch die Außenstellen europäischer Institutionen hingewiesen. Einer der Höhepunkte dieser Stadtrundfahrt war dann Besuch des Hundertwasserhauses. So nebenbei erfuhren wir auch noch einiges über die Parkprobleme der Wiener und ihrer Besucher, die Infrastruktur der Verkehrswege und des öffentlichen Nahverkehrs. Leider litt diese Fahrt und die angekündigten Aus- oder Überblicke auf/über die Stadt noch unter dem rechnerischen Wetter, das sich aber mehr und mehr verzog.

Am Nachmittag wanderten wir dann durch die Innenstadt mit Hofburg, Regierungssitz des österreichischen Bundespräsidenten, Regierungsgebäuden und imposanten Bauten der Habsburger Dynastie, die heute überwiegend kulturellen Zwecken dienen. Zum Schluss wurde ein orginal Wiener Kaffeehaus aufgesucht, das Cafe Landmann.

Der Dienstag stand ganz im Zeichen der Polizei. Es stand zunächst der Besuch im Polizeipräsidium von Wien an. Dort wurden wir von dem Leiter für Einsatzangelegenheiten begrüßt. Umfangreich wurde über die Organisation der Polizei, Aufgabenstellung, Laufbahnen informiert. Die Polizei Österreich war gerade umorganisiert worden. Die Gendarmerie, sonst umfassend zuständig für die ländlichen Bereiche, ist in die Schutzpolizei integriert worden. Allerdings wird in den Revieren noch weiter zwischen Schutzpolizei und Kriminalpolizei/Ermittlungsdienst differenziert.

Nachmittags ging es dann in das Kriminalmuseum der Stadt Wien. Dieses Museum wird privat geführt und unterhalten. Neben Einblicken in die Kultur und Moral gab es als besondere Attraktion die Guillotine, mit der noch in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts zum Tode Verurteilte hingerichtet wurden.

Am folgenden Tag, mittwochs, besuchten wir dann die Wiener Polizeiausbildungsstätte, in der wir herzlichst begrüßt wurden. Die Schule ist in der Marokkaner-Kaserne, einer alter Husarenkaserne der Habsburger, fast im Zentrum der Stadt mit untergebracht. Der Leiter der Einrichtung und sein Stellvertreter nahmen sich die Zeit die Aus- und Fortbildungskonzepte vorzustellen und zu erläutern.

Im Anschluss konnten wir aktuelle Ausbildungseinheiten besuchen und auch aktiv teilnehmen. So konnten Eingriffstechniken und Schießausbildungsmethoden unmittelbar verglichen werden.

In der Folge des Tages besuchten wir die OPEC. Auch hier wurden wir überraschend freundlich aufgenommen. Der Pressesprecher dieser Organisation erläuterte präzise die Gründe, die zur Gründung der OPEC geführt haben, die Aufnahmebedingungen und die Ziele.

Danach war das Verhalten der multinationalen Ölkonzerne möglichst hohe Gewinne aus dem Ölverkauf zu erzielen ohne die Förderländer zu beteiligen.

Nach Aussagen dieser Organisation ist sie der größte Einzahler für Entwicklungshilfe in der Welt.

Überraschend für den Autor war die Feststellung, dass der Rohölpreis nicht von der OPEC bestimmt wird, sondern ausschliesslich über die Fördermenge beeinflusst wird. Ziel dieser Regulierungsversuche ist es, auch wirtschaftlich schwachen Staaten den Zugang zu einer der zurzeit noch bedeutesten Energie zu schaffen bzw. zu erhalten.

Neben den Fakten wurde uns auch ein Blick in die Entscheidungszentralen gewährt. Es war interessant zu erfahren, dass der Chairman (Vorsitzende) als Zeichen seiner Autorität über einen Hammer wie bei Versteigerungsaktionen verfügt. Differenziert wird neben der Vollversammlung, an der alle Mitgliedsstaaten mit ihren Delegationen teilnehmen, auch ein enger Entscheidungszirkel besteht, der die letztendlich Entscheidungen ähnlich abgeschottet wie im Konklave der römisch-katholischen Kirche in einem abhörsicheren Raum trifft.

Donnerstags stand der Besuch in der UNO-City auf dem Programm. Zur Einstimmung besuchten wir die Ständige Vertretung der Bundesrepublik und lernten deren Aufgabenstellung in der UNO kennen. Schwerpunkt des Besuches war die Überwachung von Atomversuchen in der Welt. Ergebnis dieser Veranstaltung war die Erkenntnis, dass eigentlich keine Erprobung einer Atombombe auf Welt verheimlicht werden könnte. Mittlerweile ist Welt weit ein Überwachungssystem installiert, mit dem solche Ereignisse detektiert werden können.

Anschließend besuchten wir die UNO-City, die wie ein Staat organisiert ist und in die wir nur mit strengen Sicherheitskontrollen eingelassen wurden. Innerhalb des Führung durch die Dienstgebäude wurden die einzelnen Projekte der UNO, die von Wien aus gesteuert werden, vorgestellt. Im Einzelnen wurden Projekte zur Bekämpfung der Drogenkriminalität und der Prostitution, der Eindämmung der Kinderarbeit, der Erhaltung der Regenwälder, der Verbesserung der Agrarwirtschaft vorgestellt. Die Symbolik der Architektur und die Verbindung zur Aufgabenstellung der UNO wurden umfangreich erläutert. Eine detaillierte Darstellung würde aber diesen Bericht sprengen. Interessierte sollten das Internet für weitere Informationen nutzen.

Nach der Besichtigung folgte ein Vortrag über die Nutzung der Kernenergie. Auch hier stellte ein kompetenter Referent die Aufgaben der UNO dar. Danach steht die friedliche Nutzung der Kernenergie auf drei Säulen: der Energiegewinnung, des medizinischen Einsatzes und er Gen-Behandlung von Pflanzen.

Befragt zu den atomaren Störfällen wurde erklärt, dass bisher kein Störfall auf Grund von technischen, sondern immer auf menschliches Versagen zurückzuführen ist. Selbst Tschernobyl ist ein Störfall, wo eine Kernwaffenfabrik zu einem Kernkraftwerk umfunktioniert werden sollte.

Mit Blick auf die Zukunft wurde dargestellt, dass die Staaten der Welt und insbesondere hoch industriell entwickelte Staaten auf diese Energiequelle mittelfristig nicht verzichten können.

Im Anschluss daran wurden wir über das Zeugenschutzprogramm der UNO informiert, das ganz besonders zu Bekämpfung der organisierten Kriminalität mit Schwerpunkt Menschenhandel, Prostitution und Rauschgiftbekämpfung genutzt wird.

Der Freitag war dann der religiöse Höhepunkt. Nach einem Rundgang durch den Kernbereich der Habsburger Machtzentrale und der engeren Innenstadt fand im vollgefüllten Stephansdom ein Gottesdienst statt, den unser Polizeiseelsorger Wolfgang Bender, noch dazu an seinem Geburtstag, zelebrieren durfte. Besonders feierlich wurde der Gottesdienst durch den Polizeigesangverein Köln, der die Liturgie des Gottesdienstes durch seine musikalischen Darbietungen mitgestaltete.

Am Samstag ging es dann wieder sehr früh auf den langen Heimweg. Unsere „Piloten“ steuerten uns dann in gewohnter Manier nach Hause. Gegen 17.00 Uhr erreichten wir dann wohlbehalten unser Ausgangspunkt, Schloß Holte-Stukenbrock. Alle Teilnehmer waren von diesem Seminar angetan und kehrten mit vielen Eindrücken zurück. Für die gute Organisation und Durchführung dieses Europaseminares sei an dieser Stelle nochmals Polizeidekan Msgr. Bender und der Sekretärin der Polizeiseelsorge Frau de Kegel gedankt. Zum Schluss nochmals einen herzlichen Dank an Jürgen Otto, Wolfgang Daube und Gerhard Oppawsky, die uns gut und sicher nach Wien und zurück brachten.


Polizeiseelsorgeseminar Hardehausen Oktober 2010


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Familienferienfreizeit in Eckernförde/Ostsee Juli 2010


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Polizeiseelsorgeseminar Elkeringhausen Januar 2010


Seminarstart Januar 2010 in Elkeringhausen:


„Der Polizeidienst zwischen Tradition und Moderne – Auseinandersetzung mit Veränderungen im persönlichen und gesellschaftlichen Leben“ – so lautet das Leitthema des Jahres 2010, welches von Msgr. Wolfgang Bender und seinem Team in fünf Seminarwochen für Kolleginnen und Kollegen der Polizei angeboten wird.

Die Auftaktveranstaltung in der Katholischen Bildungsstätte Elkeringhausen wurde von 30 Beamten besucht. Als erster Dozent nahm Herr Stephan Lüring (Hardehausen) am Montag, den 11.01. Stellung zum Thema: Twitter, Chatroom, Videokonferenz… wie das Internet auch polizeilich das Leben verändert. Er stellte sehr anschaulich, untermauert von vielen Beispielen, die Vorteile, aber auch die nicht zu unterschätzenden Gefahren des Internets vor.

Viele der Zuhörer hätten sich und dem Dozenten noch mehr Zeit für diese Thematik gewünscht – leider ist der Stundenansatz der Woche begrenzt – es warteten weitere sehr interessante Beiträge….

Bereits am Folgetage wartete Prof. Dr. Carsten Dams (Duisburg) mit beeindruckenden und zum Teil bedrückenden Informationen auf: Polizeidienst im Wandel? Kontinuitäten und Brüche im 20. und 21. Jahrhundert. Er zeichnete ein lückenloses, ausgezeichnet recherchiertes Bild der Polizei in Deutschland von 1903 bis heute. Insbesondere im Kreis der älteren Seminarteilnehmer wurden Erinnerungen an die eigene Aus- und Fortbildung wach, ausgelöst von Fotopräsentationen aus Münster und Düsseldorf. Besondere Reaktionen waren bei der Berichterstattung aus den 30–er und 40–er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zu verzeichnen. Allen Teilnehmern war die Rolle der Polizei in diesem dunklen Kapitel fremd und neu! Mit Betroffenheit wurde zur Kenntnis genommen, wie viele Menschen durch „Polizeibataillone“ umgebracht wurden. Allen Seminarteilnehmern stellte sich die Frage: „Warum wurden uns diese geschichtlichen Fakten bislang vorenthalten? Wieso fanden diese Inhalte keinen Eingang in Stoffverteilungsplänen in Aus- und Fortbildung der Polizei?

Sollten diese Themen als nicht wichtig eingestuft werden?“ Offenbar ist es auch heute noch in einigen Behörden so, dass die Wichtigkeit nicht angenommen wird… wie lässt es sich sonst erklären, dass für derartige Fortbildungsseminare wie in Elkeringhausen etc. in einigen Behörden nur wenige oder in Einzelfällen keine Sonderurlaubstage gewährt werden? Alle

Seminarteilnehmer waren sich einig: Sonderurlaub ist ein absolut unpassender Begriff!


Auch der nächste Referent, Herr Johannes Schwarzkopf , hielt z. T. „schwere Kost“ parat,

sein Thema: Dialektik von Tradition und Fortschritt - Ein Paradigma im persönlichen und gesellschaftlichen Leben. Nur mit dem unerschöpflichen Reservoir eigener anschaulicher Beispiele des Referenten konnte das anspruchsvolle Thema bewältigt werden…. Wie in jedem Jahr ist Johannes Schwarzkopf ein gern gesehener und gehörter Dozent in Elkeringhausen, seine Kompetenz höchst anerkannt. Sein Fazit zum aktuellen Thema:

Entwicklung geschieht durch ständige Dialektik!

Der Donnerstag stand ganz im Zeichen der Exkursion nach Paderborn: Die Seminargruppe besuchte die aktuelle Ausstellung „Bischof Meinwerk“ im Diözesan – Museum . Der Museumsführer schilderte den Teilnehmern ausführlich und gut nachvollziehbar die richtungsweisende Bedeutung Meinwerks und seines Handelns für Paderborn und die gesamte Region.

Eine sehr interessante und viel Konzentration erfordernde Seminarwoche fand am Freitag, den 15. Januar mit einem gemeinsamen Gottesdienst einen Abschluss.

Heinrich Kortebusch