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Bildergalerien / Berichte 2011





Polizeiseelsorgeseminar Hardehausen November 2011


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Bundesseminar in Berlin
vom 10.07. – 14.07.2011

Ein Seminarbericht von Fiedel Voß



Sonntag 10.04.2011

Das Seminar startete pünktlich um 08.00 Uhr am Sonntagmorgen in der Unterkunft der Polizei Schloss Holte-Stukenbrock. Dank der Unterstützung durch das Landesamt für Aus- und Fortbildung und Personal (LAFP) konnte die Reise nach Berlin in einem Bus der Polizei des Landes NRW angetreten werden.

Arcive
Im Hof der in Gedenkstätte Plötzensee

Ohne Zwischenfälle erreichten wir am Sonntag, den 10.07.2011, unser erstes Ziel die Gedenkstätte Plötzensee in Berlin-Tegel. Beim Anblick der Hinrichtungseinrichtungen konnte man das Leid und die Unmenschlichkeit dieses Ortes erfahren. In Dokumentationstafeln wurde das persönliche Schicksal unschuldig Verfolgter dargestellt, die grausam ermordet wurden. Unvorstellbar für unsere Zeit, dass unter anderem das Abhören ausländischer Radiosender mit dem Tode bestraft werden konnte.

Die Strafanstalt Plötzensee wurde in der Zeit von 1868 – 1879 errichtet. In der Zeit von 1890 – 1932 wurden 36 wegen Mordes verurteilte Menschen auf dem Gefängnishof durch das Handbeil hingerichtet. 1936 wurden auf Weisung Hitlers Hinrichtungen mit dem Fallbeil durchgeführt. Ab Ende 1942 wurde im Hinrichtungsraum ein Stahlträger mit acht Eisenhaken eingezogen. An diesem Galgen wurden die Erhängungen dann vollzogen. Insgesamt wurden während der Nazi-Zeit 2891 Hinrichtungen vorgenommen, wobei 1437 Deutsche und 1454 Menschen anderer Nationalitäten ermordet wurden.


Montag, 11.07.2011

Der Tag startete mit dem Besuch der St. Hedwigs-Kathedrale. Zunächst ein geschichtlicher Überblick über das Bistum Berlin und den Hintergrund des vom preußischen König veranlassten Bau der Kathedrale durch den Domkapitular Ulrich Bonin gegeben. Interessant war es zu erfahren, dass der preußische König, Friedrich der Große, den Bau veranlasste, um seinen aus Schlesien angesiedelten Untertanen, die überwiegend katholisch waren, eine religiöse Heimat zu geben. Daran schloss ein Vortrag mit Führung zur Architektur der Kathedrale an. Zum Schluss wurde das Grab des am Samstag, den 09.07.2011, beerdigten Kardinals des Bistum Berlins, Georg Sterzinsky, besucht.
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Besuch in der Hedwigskathedrale

Während der Mittagpause gab es dann einen „Smal-Talk “ mit dem Leiter der Presseabteilung des Deutschen Bundestages Guido Heinen, der amüsant und lebhaft über Informationsgewinnung und deren Bedingungen für Medien und Presse plauderte. Dabei stellte er besonders die Schwierigkeiten dieses Metiers bei der Verifizierung und den Wettlauf mit Internet und „Social Networks “ dar.

Am Nachmittag wurde dann die Ausstellung „Ordnung und Vernichtung – Die Polizei im NS-Staat “ im Deutschen Historischen Museum besucht. Diese Ausstellung ist der erste Versuch, sich historisch mit der Stellung der Polizei im NS-Staat auseinander zu setzen. .Die Ausstellung wurde organisiert und zusammengetragen von Absolventen der Deutschen Hochschule der Polizei. Als ehemaliger Polizeibeamter der Nachkriegszeit war es erstaunlich zu erfahren, wie tief die Polizei in die Endlösung der Judenfrage involviert war und wie bürokratisch vollkommen, dieses in jeder einzelnen Akte der Verfolgten dokumentiert wurde. In der Ausbildung des Unterzeichnenden ist dieser Teil der Polizei und deren Geschichte ausgeklammert worden.



Dienstag, den 12.07.2011
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Im Innenhof des Auswärtigen Amtes

In dem Vortrag des Auswärtigen Amtes ging der Redner neben didaktischen Themen wie z.B. Namensgebung des Auswärtigen Amtes, Laufbahnen und Verwendung auf die Zusammenarbeit mit der Polizei ein, die in vielen Entwicklungsstaaten ebenfalls eingesetzt ist, um demokratischen Aufbau einer staatlichen Polizei zu gestalten.
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Beim Besuch des Hauptstadtstudios der ARD am Nachmittag wurde Technik in Hörfunk- und Fernsehstudios gezeigt und erklärt. Neben der Technik wurde der Aufbau und die Organisation des Öffentlichen Rundfunks und Fernsehens erläutert. Dazu gab es Hinweise auf die Arbeitsweise und Verwendungsdauer der Reporter/-innen.


Mittwoch, den 13.07.2011
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Kyrillische Schriftzeichen im Bundestag

Der Besuch des Deutschen Bundestages galt diesmal der Historie des Gebäudes. Beim Bau des Bundestages haben die Architekten der geschichtlichen Entwicklung des Gebäudes Rechnung getragen und Fragmente des Reichstages aus der Kaiserzeit, der Weimarer Republik und der Eroberung zum Ende des zweiten Weltkrieges erhalten und architektonisch in die Gestaltung der Innenräume eingebunden.
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In der Charité – vor dem Standort der ehemaligen Mauer

Nachmittags wurden die Kliniken Berliner Charité Campus Berlin-Mitte aufgesucht. In einer lebhaften und sachlichen Führung mit Anlass bezogenen Erläuterungen wurden die Geschichte, die Architektur, die wissenschaftlichen Leistungen dargestellt und die international, vor allem durch die Verleihung der Nobelpreise bekannter Wissenschaftler und Ärzte vorgestellt. Das Gelände lag unmittelbar an der Mauer in Ostberlin. Zum Schluss wurde die Organisation des Gesundheitswesen und die Struktur der Krankenhäuser in und um Berlin dargestellt. Nach einer 2stündigen Führung gab es die Gelegenheit, noch das historische medizinische Museum zu besuchen.


Donnerstag, den 14.07.2011

Nach vier informativen Tagen in Berlin ging es wieder heimwärts. Bevor man die Rückreise antrat, wurde jedoch die Pfaueninsel und das „Lustschloss “ mit Palmenhaus und weiteren Nebengebäuden besichtigt. Unter König Friedrich Wilhelm II., dem Neffen und Nachfolger Friedrichs des Großen, wurden besonders zwei Bereiche gestaltet: am Ufer der Westspitze das Schloss und seine Umgebung, im feuchten Wiesenland im Osten der Insel die Meierei und deren Umland. Schon als Kronprinz hatte er sich zusammen mit der 13-jährigen Wilhelmine Encke, der Tochter eines Hoftrompeters und Gastwirtes, zu romantisch-erotischen Aufenthalten auf die verwilderte Insel übersetzen lassen. Das kleine weiße Schloss wurde so platziert, dass man es schon aus der Ferne, vom Potsdamer Ufer her wahrnehmen konnte. Die ursprüngliche Ausstattung ist fast vollständig im Original erhalten, weil das Schloss nach 1840 nicht mehr bewohnt wurde und von Bränden oder Kriegsschäden verschont blieb. Mit einer störungsfreien Rückreise ging ein informatives und interessantes Berlinseminar zu Ende.


Polizeiseelsorgeseminar in Elkeringhausen
im Januar 2011



Es war wie immer eine besondere Woche!!!


Vielleicht zum besseren Verständnis für den Leser: Ich gehöre seit einigen Jahren zu den Ruheständler, trotzdem zieht es mich Anfang Januareines jeden Jahres in das Haus „Bonifatius“ in Elkeringhausen. Es ist halt immer etwas Besonderes, am Polizeifortbildungsseminar der katholischen Kirche im Sauerland teilzunehmen. Gerade nach der hektischen Weihnachtszeit und dem Jahreswechsel ist es einfach nur schön, in diese absolut behütete und gut vorbereitete Woche hineinzugehen und sichfallen zu lassen. Schon bei der Ankunft stellt sich dieses vertraute Gefühl ein, wenn man bekannte Gesichter nach einem Jahr wieder sieht, seinZimmer bezieht und sich einfach nur um sich selber kümmern muss.Doch nun zum Thema dieses Jahres: „Was uns krank macht, was uns heilt, - vom Umgang mit Lebenskrisen in Polizei, Kirche und Gesellschaft.“Wie wir sehr schnell feststellten, ein interessantes und tiefgehendes Thema. Wer hat sie nicht schon erlebt in seinem Leben, die sogenanntenund gefürchteten Lebenskrisen! Diese Feststellung betrifft nicht nur uns „Alten“, auch die jungen Kollegen und Kolleginnen können ein Lied davon singen. Nach der Begrüßung durch Polizeipfarrer Wolfgang Bender stiegen wir gleich in das erste Thema ein: „Wenn die Balance kippt, der schmaleGrad zwischen Leistungsoptimierung und Überforderung.“

Polizeirat Björn Brocks KPB, Herford, zum ersten Mal in unserer Runde, hatte sich sehr gut und intensiv vorbereitet, unterschätzte allerdingsden Zeitfaktor, unsere Diskussionsfreudigkeit und unseren Wissensdurst. Wie wir alle später feststellten, es war einfach zu wenig Zeit! Aus diesem Grunde konnten wir das Thema nicht vertiefen. Es blieb bei den theoretischen Grundlagen zu diesem Thema, was Vortragender und Seminarteilnehmer bedauerten. Am nächsten Tag kam POR Peter von Prondzianski vom PP Recklinghausen mit dem Tagesthema: „Mobbing und Bossing – Grundinformationen,Maßnahmen und Hilfsmaßnahmen“, zu uns. Gleich vorweg gesagt: Es war ein ungemein spannender Tag, der uns ein Stück in der Beurteilung in Sachen Mobbing und Bossing weiterbrachte. „PvP“ hatte eine besondere Art, mit dieser Thematik umzugehen und die Seminarteilnehmer zu begeistern. Sehr schnell war uns Zuhörern klar, da sprach einer aus Erfahrung von vielen Dienstjahren, von Basisarbeit, von der tatsächlichen Praxis in Bezug auf unterschiedlichen Führungsebenen. Seit über 20 Jahren besuche ich dieses Seminar, „PvP“ war einer der Besten, die ich in dieser Seminarreihe erleben durfte. Teilweise war es für uns erschreckend, wie direkt er an der Basis stand, manche Beispiele waren über Mobbing und Bossing einfach unfassbar, auch wohl deshalb, weil wir alle aus der sogenannten „Front“ kommen. Offensichtlich gibt es auch heute noch Führungskräfte bei der Polizei, die sich mit diesem Thema nicht gerne auseinander setzen.

Nach diesem Tag war es für Johannes Schwarzkopf etwas schwieriger, uns auf seine gewohnte Art zum Thema: „Lebenskrisen, Glaubens-Krisen, Hilfen zum Heil“ mitzunehmen. Seit vielen Jahren ist Johannes Schwarzkopf dabei, er hat viel Erfahrung, war wie immer sehr gut vorbereitet. Über seine didaktischen und pädagogischen Fähigkeiten kann man sowieso nicht streiten. Das Thema war ihm auf den Leib geschrieben.


Fazit: Wer nicht dabei war, hat etwas versäumt.


Am nächsten Tag ging es im Rahmen einer Exkursion in Richtung Ohlsberg und Arolsen. In der Ohlsberger Hütte erlebten wir, was esbedeutet, vor einem Hochofen zu stehen und das bei 17,-- € Brutto. Für viele von uns eine heilsame und ernüchternde Betrachtung. Vielleicht noch zu den anderen Angeboten dieses Seminars. Wie immer hatte Polizeiseelsorger Wolfgang Bender ein interessantes Paket geschnürt. Der Austausch zwischen den Kollegen war rege, teilweise sehr offen und intim. Man kennt sich halt schon viele Jahre. Aus diesem Grunde sind wir eine verschworene Gemeinschaft, als Gruppe sicher nicht immer ganz einfach, denn wir wollen mitgenommen werden. Wenn dieses gelingt, sind wir sehr pflegeleicht, wenn nicht, sind wir sehr kritisch und äußern dies auch. Noch ein paar Worte zu Pfarrer Bender. Seit über 10 Jahren ist er jetzt dabei. Er ist für die Polizei eine große Bereicherung. Auf seine eigene Art zwingt er uns Grenzen auf, zeigt uns aber immer, wie sehr er uns schätzt.


- Danke Wolfgang –


Deine Ideen und deine Vorbereitungen sind für uns sehr wichtig. Auch die besonderen Gottesdienste für die bereits verstorbenen Seminarteilnehmer sind für uns als Gruppe sehr prägend. Noch eine Aussage zu Unterkunft und Verpflegung: Über die katholische Bildungsstätte Haus „Bonifatius“ kann keiner meckern. Wer nicht zugenommen hat, ist selber schuld. Vieles müsste noch geschrieben werden, ich glaube, jetzt ist es aber für dieses Jahr genug. Ich persönlich sage Dank für die mir gegebene Gelegenheit der Teilnahme an diesem Seminar. Ich selber kann jedem die Teilnahme an diesem katholischen Fortbildungs-Seminar nur empfehlen. Ihr werdet es nicht bereuen.


Hansi Walden,

Ehemals KPB Minden-Lübbecke

Es war wie immer eine besondere Woche!!!